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Wohnung und Gesundheit
W+G Artikel

Aus: Wohnung und Gesundheit 117, Winter 2005, S. 24

Sabine Metter/Stephan Streil: Spannendes rund ums Handy [Volltextversion]

Schulklassenprogramm begeistert Lehrer und Schüler gleichermaßen

Gefördert durch die Stiftung BAU, nimmt das Schulklassenprogramm die alltägliche Handynutzung unter die Lupe. Durch eigenes Begreifen erschließen sich neue Wege zum Bewusstsein der Schüler, die im üblichen Frontalunterricht ungenutzt bleiben.

Ziele des Projekts

Das Projekt „Ständig unter Strom - Spannendes rund ums Handy“ behandelt schwerpunktmäßig die Themen:

  • Persönlicher Umgang mit dem Handy
  • Gesundheitsrisiken und
  • Möglichkeiten, durch das eigene Handeln Einfluss zu nehmen. Ziel ist es, die Jugendlichen für mögliche Nebenwirkungen dieser Technologie zu sensibilisieren und sie zur Auseinandersetzung mit der Handynutzung anzuregen.

Sie lernen im Alltagsbezug Hintergründe zu elektromagnetischen Strahlungen kennen und eignen sich durch Messungen aktiv Wissen an. Aufgrund der vermittelten Informationen werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeregt, positive und negative Seiten der Handynutzung kritisch zu hinterfragen. Dadurch wird ihre Kompetenz, Verantwortung für das persönliche Konsumverhalten zu übernehmen, gestärkt.

Zielgruppen

Das Projekt eignet sich für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse. Das Programm wird nach Altersstufe und Schulart angepasst. Der zeitliche Umfang ist variabel, mindestens sollten drei Schulstunden zur Verfügung stehen.

Ablauf

In einem kurzen Brainstorming werden erste Assoziationen zum Kultobjekt Handy formuliert. Die Teilnehmer sammeln in Gruppen, was sie bereits zum Thema wissen.

Hierzu werden Kleingruppen gebildet, die verschiedene Aufgabenstellungen bekommen. Sie beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

  • Was ist dir wichtig beim Handykauf? Nach welchen Kriterien suchst du es aus?
  • Wofür benutzt du dein Handy?
  • Welche Argumente sprechen dafür, ein Handy zu haben?
  • Welche Argumente sprechen dagegen?
Messungen

Unsere Wahrnehmung ist begrenzt. Dies wird als Überleitung zu den Messungen an Beispielen wie der UV-Strahlung oder auch der Radioaktivität verdeutlicht. Die biologischen Wirkungen beider Phänomene können wir erst fühlen, wenn Schädigungen eingetreten sind.

Messstationen

Die Gruppen bearbeiten konkrete Messaufgaben. Es wird untersucht, wie sich die Intensität physikalischer Felder mit dem Abstand zur Quelle verändert.

Durchdringen die Phänomene den eigenen Körper? Werden sie in ihm abgeschwächt? Das sind weitere Aufgaben, die gestellt werden. Die Ergebnisse werden zur Diskussion gestellt. In einer Abschlussrunde werden die Messprotokolle vorgestellt, erläutert und ergänzt.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten gemeinsam einen „Handy- Knigge“ und erkennen, dass sie selbst einiges dazu beitragen können, die Strahlungsbelastung zu verringern. Auch wird der Verzicht auf fragwürdigen Fortschritt diskutiert.

Zum Abschluss hält jeder auf einem Plakat fest, was besonders spannend und interessant war.

Erfahrungen in der Neubeurer Hauptschule

Durch das aktive Begreifen während der Messungen und der Diskussion werden Zusammenhänge quasi von selbst klar.

Selbstständig machen sich 10-jährige Umweltdetektive auf, die unsichtbare Umwelt zu erkunden. Weitere Feldquellen werden gefunden, hinterfragt und identifiziert. Einfacher kann man den Anspruch „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ nicht erleben und umsetzen.

Die Lehrkräfte der Hauptschule Neubeuern waren begeistert, wie interessiert ihre Klassen dabei waren und wie lange die Konzentration anhielt. Sicherlich trug hierzu auch die angewandte Methodenvielfalt bei.

Die Fähigkeiten eines Baubiologen und einer Pädagogin lassen sich optimal für das Projekt verbinden. Fachwissen wird durch pädagogische Kompetenz unterstützt.

Schlussfolgerungen

Das Schulklassenprojekt „Ständig unter Strom - Spannendes rund ums Handy“ eignet sich hervorragend dafür, den Kindern komplexe Zusammenhänge schlüssig zu vermitteln. Eine intensivere Zusammenarbeit mit Schulen ist erwünscht. Hier ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für den weiteren Unterricht, insbesondere für die Fächer Deutsch, Physik oder Sozialkunde.

Kontakt: Ökologisches Bildungszentrum München ÖBZ, Englschalkinger Str. 166, 81927 München, Tel. 089-93948960 oder 537834

Spenden für das Bildungsprojekt: Gemeinnützige Stiftung BAU, Holzham 25, 83115 Neubeuern, 08035-2039, Kto. 8101400, BLZ 7116161 Raiffeisenbank Neubeuern.

Dipl. Päd. Sabine Metter, München
Baubiologe Stephan Streil, Eichenau