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Aus: Wohnung + Gesundheit Nr. 135, Sommer 2010, S. 58-60
Energiesparlampen mit Nebenwirkungen (Wolfgang Maes) - Volltextversion
Wir wissen bereits: Energiesparlampen machen reichlich Elektrosmog, viel mehr als an Computerbildschirmen
zulässig ist. Das Licht der Sparlampen flimmert. Lichtspektrum und Farbwiedergabe sind schlecht. Dann der
höhere Blau- und UV-Anteil. Einige riechen und emittieren Schadstoffe. Ultraschall, was bedeutet das? Helligkeit
und Lebensdauer sind so oft mieser als versprochen. Die Herstellung ist aufwändig, die Inhalte giftig,
gefährliches Quecksilber. Ökobilanz und CO2-Ersparnis? Nicht wirklich! Zudem sind sie teuer. All diese Nachteile
finden wir bei der Glühbirne und Halogenlampe nicht.
Eine Ergänzung zu den beiden Veröffentlichungen in Wohnung+Gesundheit „Glühbirne raus, Energiesparlampe rein? - Moment mal...“ (Heft
124/2007) und „Hinters Licht geführt: Energiesparlampen - Das Ende der Glühbirne, das Ende gesunder, naturnaher Beleuchtung?“ (Heft 133/2009).
Dumm gelaufen
Die Schweizer Bundesämter für Gesundheit
(BAG) und Energie (BFE)
untersuchten im Schulterschluss mit
der Industrie (Osram, Philips) 11 Energiesparlampen
und veröffentlichten
im November 2004 viel zu niedrige
Feldstärkemesswerte seitens
der Sparlampenelektronik, nämlich
unter 1 V/m und somit noch unter
dem recht sensiblen Richtwert der
Computernorm TCO. Kein Wunder,
denn das eingesetzte Messgerät war
für diesen Zweck gar nicht geeignet,
nicht einmal TCO-tauglich, die Folge:
falsche Resultate, falsche Rückschlüsse.
Trotz mehrfacher sachlicher
Kritik haben die Schweizer ihre
Angaben jahrelang nicht kommentiert
oder korrigiert. Dafür werden
deren entwarnenden Elektrosmogergebnisse
in den Medien verbreitet
und die Politik ruht sich hierauf aus,
so auch Umweltminister Gabriel, der
Sparlampenbegeisterte, und die EU,
die derzeit den Siegeszug gegen die
Glühbirne vorbereitete.
Nun messen dieselben Ämter 5 Jahre
später weitere 11 Energiesparlampen
(diesmal nach einem neu entwickelten
Standard) und publizieren
im Frühjahr 2010 verblüffend hohe
Messwerte: 10-71 V/m, die höchsten
aller Tests der letzten Jahre... Jetzt,
nachdem das EU-Verbot von Glühbirnen
rechtskräftig ist und die Sparlichter
freie Bahn haben, wittern sie
das Elektrosmogrisiko, fordern einen
vorsorglichen Sicherheitsabstand.
11 Watt so hell wie 60 Watt?
Die Sparlampenhersteller nutzen
jede Gelegenheit, vorzugaukeln, dass
11 Watt Sparlicht so hell ist wie 60
Watt Glühlampenlicht. Wir und andere
Experten haben x-fach anhand
von Lichtmessungen nachgewiesen,
dass das nicht stimmt. Und die Industrie
legt sich selbst herein. Denn
auf der Lampenpackung steht der
Lumenwert für die Lichtausbeute.
Die gibt Osram, Philips, Megaman
und Co. bei den von uns überprüften
60-Watt-Glühlampen mit 710-720
Lumen an, bei den angeblich gleichwertigen
11-Watt-Sparlampen – je
nach Produkt – aber nur mit 347-
600, im Mittel 513 Lumen, somit
viel weniger. Beispiel: Die 60-Watt-
Glühlampe von Philips (1 €) verspricht
laut Hersteller 710 Lumen,
die 11 Watt-Sparlampe von Isotronic
(6 €) dagegen schlappe 347 Lumen,
nicht mal die Hälfte.
Können die Hersteller nicht rechnen?
Fällt den Verbrauchern immer
noch nichts auf? Derartige Helligkeitseinbußen
beschreiben mehrere
Tests. Bei unseren Messungen für
‚Öko-Test‘ war es die Sparfunzel von
Swiss-Lights, die teuerste von allen,
die nur auf ein Drittel der avisierten
Helligkeit kam. Und das alles bezieht
sich auf neue Produkte. Brennt
die Sparlampe längere Zeit, wird sie
häufig geschaltet oder ist ihre Umgebungstemperatur
zu warm oder zu
kalt, dann purzelt die Negativstatistik
noch mal kräftig nach unten.
Von wegen Öko
Wenn man das alles zusammenzieht:
weniger Lichtausbeute und kürzere
Lebensdauer als angegeben, höherer
Energieaufwand und reichlich Chemie
bei der Herstellung, ungelöste
Rätsel bei der Entsorgung, hohe
Kaufpreise..., dann steht die Energiesparlampe
vergleichsweise blass
da, von den gesundheitlichen Sorgen
(Elektrosmog, Flimmern, schlechtes
Licht, Schadstoffemissionen, Ultraschall...)
ganz zu schweigen.
Was soll denn das?
Obwohl ‚Öko-Test‘ bei den Energiesparlampen
vergleichsweise
niedrigere
Feldstärken ermittelte
und ‚Stiftung Warentest‘ viel höhere,
wurde ‚Öko-Test‘ oft kritisiert
und ‚Stiftung Warentest‘ oft gelobt,
speziell von den Herstellern, am
lautesten von Megaman. Warum?
‚Öko-Test‘ misst den Elektrosmog
und berücksichtigt die Ergebnisse
bei der Gesamtbewertung des Produktes.
‚Stiftung Warentest‘ misst
auch, aber die kritischen Messergebnisse
wurden nie bewertet...
Es gibt keine verbindlichen Richtlinien
für die Messung elektromagnetischer
Felder an Sparlampen. Deshalb
misst man gern, so auch wir,
in Anlehnung an einen für diesen
Zweck gut brauchbaren Standard,
nämlich die TCO-Computernorm, so
auch die ‚Stiftung Warentest‘ in den
vergangenen Jahren. Dabei kamenbesorgniserregende Feldstärkewerte
heraus, welche die Forderungen der
TOC mehr- bis zigfach überschritten.
Im ‚Test‘-Heft April 2010 ist
diese Grundlage überraschenderweise
verschwunden, es werden keine
nachvollziehbaren Messwerte mehr
präsentiert, nur noch prozentuale
Angaben wie „9,4 % des zulässigen
Grenzwertes“. Alle Sparlichter liegen
nun aufgrund dieser fragwürdigen
Neubewertung weit unterhalb
des Grenzwertes. Damit ist das Problem
unter dem Deckel und man
meint, Elektrosmog sei an den Sparleuchten
kein Thema mehr. Aber um
welchen „Grenzwert“ geht es hier?
Es gibt doch für Energiesparlampen
gar keine Grenzwerte, zumindest
keine biologisch
relevanten zum
Schutz des Verbrauchers, wie es bei
der TCO der Fall ist.
Im Kleingedruckten von ‚Test‘ die
Aufklärung: „Elektromagnetische
Felder wurden in Anlehnung an
DIN EN 55015 ermittelt.“ Aber:
Jene Norm namens „Grenzwerte
und Messverfahren für Funkstöreigenschaften
von Beleuchtungseinrichtungen“
gilt allein für Funkstörungen.
Sie will verhindern, dass
Elektrogeräte andere Geräte stören,
dass der Radioempfang im Einfluss
der Sparlampe kreischt und das
Fernsehbild zittert. Schutz des Verbrauchers?
Fehlanzeige.
Nicht genug: Die nun bei ‚Test‘
angegebenen Messergebnisse in
„soundsoviel Prozent vom Grenzwert“
beziehen sich auf jene bei
Energiesparleuchten immer wieder
so auffälligen, besonders brisanten
elektrischen Felder der Sparlampen-
Elektronik. Aber: Gerade die werden
von der Norm gar nicht abgedeckt,
elektrische Felder sind bei DIN EN
nirgends zu finden, nur magnetische.
Das beklagt auch das Bundesamt
für Strahlenschutz: „Die DIN EN
55015 bezieht sich ausschließlich
auf magnetische Störfeldstärken,
elektrische Felder werden nicht bewertet.“
Auch dumm gelaufen?
Das Kölner Katalyse-Institut für
Umweltforschung, eine gemeinnützige
Organisation, die sich unabhängig
nennt, veröffentlicht als
Reaktion auf den kritischen ‚Öko-
Test‘ in ihrem ‚Katalyse-Journal‘ einen
Sparlampen-hochlebenden und
Öko-Test-vernichtenden Bericht mit
dem Titel „Lässt sich Öko-Test von
Energiesparlampen-Gegnern manipulieren?“.
Angesprochen als Gegner
waren unter anderem wir von der
Baubiologie Maes. Hiermit machte
sich die Katalyse zum Sprachrohr
für die Energiesparlampen-Industrie,
denn versteckter Autor des Berichtes
ist der Leuchtenhersteller Megaman.
Quecksilberlicht
Quecksilberlicht, biologisch und
medizinisch brisant? In jedem
Mensch findet man mehr oder minder
viel toxisches und neurologisch
schädigendes Quecksilber. Es wird
über Impfungen, Amalgam, Ernährung,
Umwelt ... nun auch über zu
Bruch gegangene Energiesparlampen
aufgenommen. Das gefährliche
Schwermetall reichert sich im Laufe
der Zeit im Organismus an und kann
nur schwer wieder ausgeschieden
werden. Es wird auf Dauer im Fettgewebe
(Gehirn, Nerven, Haut...)
abgelagert. Im Fettgewebe richtet
es nicht ganz so viel Schaden an,
da dies wenig durchblutet und der
Stoffwechsel hier niedrig ist.
Der Heidelberger Arzt und Lichttherapeut
Alexander Wunsch hält es
für möglich, dass das so genannte
Quecksilberdampflicht – hierzu gehören
Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren
und Flachbildschirme –
das im Körper vorhandene Quecksilber
mobilisieren, aktivieren und
wieder giftiger machen kann. Aber
wie? „Quecksilber soll aus der Röhre
nicht herauskommen, sagt man.
Was aber rauskommt, das sind die
Photonen, die das Quecksilber emittiert wenn es vorher in der Röhre
angeregt wurde.“ Die Energiesparlampe
gibt also in gewisser Weise
Quecksilber als Licht ab, selbst
wenn das Quecksilber als Stoff drin
bleibt. „Dies Quecksilberlicht mit
seinen typischen Frequenzlinien
gelb, gelbgrün, türkis, indigo und
violett geht unter die Haut bis in die
Fettgewebsschichten und bringt das
dort vorhandene Quecksilber in Resonanz,
in einen Anregungszustand,
in einen reaktionsfähigeren Zustand,
als wenn es in Ruhe gelassen würde.
Insofern interessiert es schon, ob in
einer Leuchte Quecksilber schwingt
oder nicht.“ Quecksilberlicht macht
Quecksilber im Körper gefährlicher
als es ohnehin schon ist?
Es gibt wenig Forschung zu diesem
Thema. Einige Autoren berichteten
schon in den ersten Jahrzehnten des
19. Jahrhunderts über solche und
ähnliche Vorgänge. 1933 beschreibt
der Wissenschaftler Dr. P. Niederhoff
„deutliche Veränderungen im
Blutserum durch Quecksilberlicht“,
das schon nach kurzer Bestrahlungszeit
und das zudem längere Zeit über
die Bestrahlungsdauer hinaus. Dabei
sei die Frequenz des Lichtes für den
blutverändernden Effekt maßgeblich
verantwortlich.
Der deutsch-amerikanische Arzt und
Neurobiologe Dr. Dietrich Klinghardt
bestätigt aus seiner Praxis in
einem persönlichen Schreiben: „Wir
benutzen seit etwa 15 Jahren Quecksilberlampen,
um Quecksilber unter
kontrollierten Bedingungen im Körper
zu mobilisieren. Der Klient liegt
für 20 Minuten darunter, dann spritzen
wir den Chelatbildner DMPS –
und es kommt viel mehr Quecksilber
aus dem Körper raus, als es ohne
das Licht der Fall gewesen wäre.“
Kinder besonders gefährdet
Gefährliche Lampe? In Ebersberg
zerbrach eine Energiesparlampe in
der Schlafetage eines Einfamilienhauses
und fiel zu Boden. Am selben Abend bekam das vier Monate
alte Baby Atemnot und musste mit
dem Notarzt in ein Münchner Krankenhaus.
Der vier Jahre alte Bruder
bekam ein Tag später Hautausschlag
am ganzen Körper und in den Tagen
danach zuerst vereinzelt und dann
totalen Haarausfall. Die Vermutung
der Klinikärzte: Vergiftung, Quecksilber.
So berichtet die ‚Ebersberger
Zeitung‘ am 3. März 2010.
Kommentar des Freiburger Umweltmediziners
Dr. Joachim Mutter: „Das
Kind hat offenbar eine Akrodynie
entwickelt.“ Akrodynie ist eine allergische
Stammhirnschädigung als
Folge einer Quecksilbervergiftung,
speziell bei Kleinkindern.
Was tun?
die Kinder in Sicherheit bringen,
die Scherben keinesfalls wegsaugen
und die Wohnung mindestens
15 Minuten lang intensiv lüften. Die
wesentlichste Gefahr von Quecksilber
ist, dass es ins zentrale Nervensystem,
also auch ins Gehirn, geht.
Besonders gefährdet sind Kinder.“
So der Rat des Quecksilberexperten
und Rechtsmediziners Prof. Gustav
Drasch von der Universität München
in der ‚kabel eins‘-Fernsehsendung
„Abenteuer Leben“.
Aber was dann tun und wohin nun
mit dem toxischen Scherbenhaufen?
Die US-Agentur für gefährliche
Stoffe Haz Mat (Hazardous Materials)
empfahl einer Familie im Bundesstaat
Maine, eine zerbrochene
Sparleuchte durch eine Giftmüll-
Entsorgungsfirma beseitigen und
den Raum dekontaminieren zu lassen.
Kosten: 2000 Dollar. Die Familie
solle Ihr Haus zwei Wochen nicht
mehr betreten. Andere Agenturen
und Experten empfehlen nach einem
Lampenbruch das Tragen von Giftschutzmasken
im Haus für längere
Zeit und das permanente Lüften der
betroffenen Räume für mindestens
zwei Wochen.
Die meisten aber zucken mit den
Schultern. Jeder weiß, sie enthalten
Gifte und Schwermetalle, aber
keiner weiß wirklich, wie damit im
Ernstfall einer Freisetzung umgehen;
keine Dienststelle fühlt sich
kompetent.
Was tun, wenn die Sparlampe, wie es
mir bei Messungen für das Schweizer
Fernsehen passierte, beim Hereindrehen
in eine Fassung in der
Hand zerbricht und mehrere Glassplitter
in der Haut stecken? Ich habe
Ärzte, Gesundheits- und Umweltämter
gefragt, sie wussten es nicht.
Auf der Verpackung gibt es keine
Gefahrenhinweise und Verhaltensregeln.
Und von den Hauptverantwortlichen
bei der EU kommt gar nichts.
Das CO2-Märchen
Wenn wir wirklich mit der Kompaktleuchtstofflampe
Energie und
somit CO2 sparen sollten, dann wird
gar kein CO2 gespart. Weil jedem
Land dank Emissionshandel ein bestimmtes
Kontingent an CO2 zugestanden
wird und bei einer Ersparnis
auf der einen Seite, in diesem
Beispiel bei den Sparlichtern, eine
andere Seite diese freiwerdende Lücke
sofort wieder schließt, z.B. der
Autoverkehr oder die Kohlekraftwerke.
Unter dem Bruchstrich bleibt
die Klimabelastung mit CO2 absolut
gleich.
Deshalb fordert Prof. Ottmar Edenkofer
vom Potsdam-Institut für Klimaforschung,
führender Experte im
Weltklimarat: „Wir brauchen kein
Verbot der Glühbirne, wir brauchen
einen verbesserten Emissionshandel.
Auf das Weltklima hat es keinen
Einfluss, was Brüssel da jetzt
macht.“ Klimaökonom Dr. Andreas
Löschl vom Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung bestätigt
in ‚Report München‘: „Durch das
Glühlampenverbot wird in Europa
keine einzige Tonne CO2 eingespart.
Ökologisch ist das Verbot vollkommen
wirkungslos.“
Erster!
Wir wollen die ersten sein: Norderney.
Die Nordeeinsulaner zeigen
vorauseilenden Gehorsam, fegen
ihre Heimat schnell von Glühbirnen
leer und stellen auf Sparlicht um, um
so ihr Eiland als Öko-Refugium zu
profilieren. Alle machen mit: Stadtrat,
Bürger, Hotels, Kneipen, Geschäfte,
Schulen, Krankenhaus, Straßen,
Strandpromenaden... Wer eine
noch intakte Glühbirne abgibt, bekommt
sogar eine Abwrackprämie.
So kann man auf Norderney heute
schon hautnah erleben, was in den
nächsten Jahren das ganze Festland
ereilt: dies gewisse kühle Flimmern
aus jeder Laterne, aus jedem einst
so gemütlichen Haus. Aber: Es gibt
auch auf Norderney ein paar Abtrünnige,
die‘s kapiert haben, die kaufen
Glühbirnen auf Vorrat, für kommende
schlechtere Zeiten. Heimlich freut
sich der Elektroladenbesitzer.
Da kommt Hoffnung auf
Die Neuseeländer waren weltweit
die ersten in Sachen Glühlampenverbot.
Jetzt, wenige Jahre später,
planen die Vorreiter das Verbot wieder
aufzuheben. Die Bedenken seien
zu groß, so die neuseeländische Regierung,
speziell was den Energieaufwand
bei der Herstellung und
Entsorgung und das spezielle Risiko
durch Quecksilber angeht.
Wie wär‘s, wenn unsere Schweizer
Nachbarn dem Vorbild Neuseelands
als erste folgten? Immerhin waren
sie bei uns in Europa die Vorreiter
des Energiesparlampen-Unsinns, gestützt
von falschen Messergebnissen
des für die Gesundheit der Menschen
zuständigen Bundesamtes.  
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