Mineralwolle

Unser Dach möchten wir mit Mineralwolle dämmen. Nun meinte ein Nachbar, dass die Fasern von Mineralwolle Krebs auslösen können. Stimmt das? Welche Alternativen gibt es?

Antwort

In Deutschland darf seit Mitte 2000 nur noch sogenannte Ki 40 Mineralwolle verkauft werden, die nach Einschätzung des Gesetzgebers frei von Krebsverdacht ist. Aus unserer Sicht ist es allerdings noch nicht eindeutig geklärt, inwieweit Mineralwolle Krebs auslösen kann. Wohl auch deshalb, aber auch, weil Mineralwolle zu Haut-, Augen- oder Atemwegsreizungen führen kann und Mineralwolle auch Additive wie z.B. Formaldehyd enthalten, empfiehlt u.a. die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft BG BAU auch für Ki 40 Mineralwollen u.a. folgende Schutzmaßnahmen: Material nicht werfen, das Aufwirbeln von Staub vermeiden, Staub saugen statt kehren, bei starker Staubentwicklung oder Überkopfarbeiten Schutzbrille benutzen, zum Schutz von Atemwegsreizungen vorsorglich Halbmaske mit P1-Filter oder partikelfiltrierender Halbmaske FFP 1 tragen.

Gesundheitlich problematisch sind Mineralfasern unseres Erachtens vor allem für diejenigen, die ständig damit hantieren, also z.B. Händler oder Handwerker. Dies gilt unseres Erachtens allerdings auch für viele Naturdämmstoffe, die z.T. auch mit Brandschutzmitteln wie Borsalzen behandelt sind. Generell ist das häufige Einatmen von Staub oder Fasern als gesundheitsschädlich einzustufen. Für die Nutzer/Bewohner besteht allerdings kein gesundheitliches Risiko aufgrund von Stäuben/Fasern, soweit Wärmedämmstoffe aller Art dicht eingebaut sind.

Bei der Auswahl von Wärmedämmstoffen gibt es allerdings noch andere Auswahlkriterien zu beachten, wie z.B. Ökobilanz (Primärenergieaufwand für die Herstellung u.a.), Hygroskopizität (Feuchteauf- und abgabefähigkeit) oder Wärmespeichervermögen und sommerlicher Wärmeschutz. Hier schneiden Wärmedämmungen aus nachwachsende Rohstoffen häufig besser ab.